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Jesu letzte sieben Worte

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Jesus am Kreuz
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Jesus am Kreuz
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Während es in langer Tradition der großen Kirchen steht, den Worten Jesu am Kreuz große Aufmerksamkeit entgegenzubringen 1 – sie werden unter dem Ausdruck „Sieben letzte Worte“ zusammengefasst – ist es mein Eindruck, dass wir sie nicht genügend beachten. Ich glaube Letzteres ist ein Fehler, nicht etwa weil wir die Kirchen nachahmen sollten, sondern weil Jesu Tod bzw. sein Opfer das eigentliche Herzstück des Evangeliums ist und insofern sind auch diese „sieben letzten Worte“ Jesu von Wichtigkeit für uns. Wir möchten sie im Folgenden in Erinnerung rufen und betrachten, welche Folgerungen sie über Jesus, Jesu Opfer und für unser Glaubensleben haben.

Nachdem Gottes Sohn von denselben Menschen, denen er Liebe und Mitgefühl entgegenbrachte, ans Kreuz gebracht und genagelt wurde und während er unter die Qualen von Letzterem litt, sprach Jesus eines dieser „sieben letzten Worte“ aus: „Vater vergibt ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Lukas 23,34 Ist diese Vergebungsbereitschaft nicht bewundernswert? Sie ist derartig bewundernswert, dass selbst die Engel im Himmel, bei diesem Ausspruch von Jesus, verwundert waren.2 Die Geschöpfe hatten sich nämlich zusammengetan, um ihren Schöpfer zu vernichten,3 und dennoch setze sich Christus für diese an ihm schuldig gewordenen Menschen ein.4

Aber seine Vergebungsbereitschaft ging und geht noch weiter. Jesus bittet hier nicht nur für die anwesenden Soldaten oder dem jüdischen Volk, sondern viel mehr um Vergebung für die ganze Welt, d.h. für alle Sünder.5 Er bietet ihnen allen Vergebung an, und auch Du und ich sind mit den Worten aus Lukas 23,34 gemeint. Wir haben zwar nicht gerufen: „Lass ihn kreuzigen!“ Matthäus 27,22 , aber allzu oft haben wir uns für die Sünde entschieden und deshalb tragen auch wir Schuld an der Kreuzigung des Sohnes Gottes.6 Wir wissen aber, dass diese Vergebungsbereitschaft derartig groß ist, dass selbst eine blutrote Sünde schneeweiß werden würde.7 Vertraue auf diese Vergebungsbereitschaft und nehme die Verheißung aus 1.Johannes 2,1 persönlich:

„(…) Und wenn jemand sündigt, haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater: Jesus Christus, der gerecht ist.“

Den nächsten Ausspruch von Jesus am Kreuz finden wir in Lukas 23,43 :

„Wahrlich, dir sage Ich heute: Mit Mir wirst du im Paradiese sein.“ 8

In diesen Worten Jesu, die er an den sogenannten Schächer richtet, steckt eine außergewöhnliche Dramatik. Es gab für diesen Schächer nämlich nur noch gezählte Momente am Kreuz, und damit gezählte Momente, um vor dem ewigen Tod erlöst zu werden. Nach dem Tod gibt es nämlich keine Möglichkeit mehr, Erlösung zu finden.9 Auch für uns bietet sich die Gelegenheit, sich auf die Ewigkeit vorzubereiten, nur im jetzigen Leben.10 Eine andere Gelegenheit bekommen Du und ich nicht. Außerdem ist Jesus Christus der Einzige, der uns vor dem ewigen Tod erretten kann: „Und es ist in keinem andern das Heil, es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir gerettet werden sollen.“ Apostelgeschichte 4,12 Somit wendet sich der Schächer an die richtige Person, um nicht zu sagen, an die einzigrichtige Person. Er hatte erkannt, dass neben ihm Gottes Sohn gekreuzigt wurde.11 Auch wir sind auf Jesus angewiesen. Nur durch ihn können Du und ich erlöst werden. Gehst Du regelmäßig zur Gemeinde? Liest Du regelmäßig in der Bibel? … Das alles ist gut und richtig, aber wie sieht Deine Beziehung zu dem Einen aus, der alleine Dich retten kann - Jesus? Ergreife deshalb wie der Schächer am Kreuz die Möglichkeit, Jesus am Kreuz zu erblicken und bitte ihn: „Herr, denke an mich (…).“ Lukas 23,42

„(…) Frau, siehe, das ist dein Sohn! (…) Siehe, das ist deine Mutter! (…)“ Johannes 19,26.27

Diese Worte richtete Jesus an seine Mutter bzw. an seinen Lieblingsjünger Johannes. Wir erkennen hier, dass Jesus, trotz stundenlanger Qual und Seelenangst am Kreuz, seine Mutter nicht vergessen hatte.12 Und weil Jesus, während er im Begriff war zu sterben,13 seiner Mutter gedachte und sie seinem Jünger Johannes anvertraute, sind diese Worte Jesu eine Lehre 5 vgl. Die Leiden Christi, S.21 6 vgl. ebd. 7 vgl. Jesaja 1,18 8 Konkordantes Neues Testament, Konkordanter Verlag Pforzheim, 5. Auflage 1980 9 vgl. Bilder vom Reiche Gottes, S.212 10 vgl. ebd, 11 vgl. Lukas 23,40-42 12 vgl. Erfahrung und Gesichte, S.167 13 vgl. Die Leiden Christi, S.24 des Erbarmens und der Menschenliebe.14 Nicht nur die vorhergegangenen Lehren, Wunder und der Umgang Jesu mit seinen Mitmenschen, zeugten von aufrichtiger Menschenliebe, sondern auch diese Botschaft am Kreuz. Fast dreißig Jahre hatte Jesus Christus im Hause seiner Eltern bei der täglichen Arbeit geholfen und selbst in seiner Todesstunde sorgte er weiterhin für seine trauernde Mutter.15 Unser Heiland wird hier zu einem Vorbild für alle, die ihm nachfolgen wollen. Denn die gleiche Einstellung, die Jesus in seinem irdischen Leben und auch am Kreuz offenbarte, werden alle wahren Nachfolger ebenfalls an den Tag legen und es als eine Verpflichtung ansehen, ihre Mitmenschen mit der notwendigen Liebe zu begegnen und insbesondere ihren Eltern liebevolle Anteilnahme entgegenzubringen.16

 Das Vierte von Jesu „sieben letzten Worten“ können wir in Markus 15,34 und Matthäus 27,46 finden:

„Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“

Wir können diese Worte von Jesus in ihrer tiefen Tragweite nur verstehen, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass Jesus einst bei Gott Vater war und nun am Kreuz auf Golgatha die Last der Sünde auf sich lud.17 Er verzichtete dabei freiwillig auf den Himmel und die Anbetung der Engel und wählte stattdessen Schande, Beleidigung und sogar den Tod.18 Und Jesus spürte, während er am Kreuz die Sündenlast der gesamten Welt trug, die furchtbare Trennung, die die Sünde zwischen Gott und den Menschen verursachte.19 In diesem Szenario konnte Gottes Sohn nicht mehr das Angesicht seines Vaters sehen,20 denn er war ja selber durch die Sünde, die er zu tragen hatte, von Gott getrennt. Und in diesem Bewusstsein, dass die Sünde den Menschen von Gott zu trennen vermag21 und er selbst in diesem Augenblick von seinem Vater getrennt war, kam es schließlich zu diesem Ruf der Verzweiflung.22 Wir können aus diesen Worten von Jesus lernen, dass, wenn Gott selbst seinem Sohn verlassen musste, die Sünde in Gottes Augen sehr abscheulich sein muss. Und dass jede Sünde, mag sie noch so klein sein, Dich und mich von Gott trennt.

Die nächste Bibelstelle finden wir inJohannes 19,28 :

„Mich dürstet.“

Dieser sehr kurze Ausdruck von Jesus, beschreibt einen sehr wesentlichen Aspekt des Erlösungsplans. Jesus ist als Mensch auf die Erde gekommen, weil er nur als Mensch die Menschheit von der Sünde erlösen konnte. So lesen wir beispielsweise in Hebräer 2,17.18

„Daher musste er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hohepriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.“

oder auch in Römer 5,19 :

„Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten.“ 

Vor diesem Hintergrund sind auch Jesu Worte „Mich dürstet.“ als ein Ausdruck seiner Menschlichkeit zu verstehen. Jesus war ganz Mensch und deshalb hat auch unser Heiland den Durst empfunden, der eintritt, wenn Menschen im Begriff sind zu sterben.23

 Kommen wir nun zu dem vorletzten dieser „sieben letzten Worte“ von Jesus:

„Es ist vollbracht.“ Johannes 19,30

Wusstest Du, dass Ellen G. White beschreibt, dass zu derselben Zeit, als dieser Ruf ertönte, im Tempel gerade ein Abendopfer dargebracht wurde? 24 Und während der Priester gerade das Messer erhob, um das Opferlamm zu schlachten, das über die Jahrhunderte israelischer Geschichte immer nur Jesus Christus versinnbildete, durchtrennte eine unsichtbare Hand den Vorhang zum Allerheiligsten von oben bis unten. 25 Gott drückte hiermit unmissverständlich aus, dass das irdische Heiligtum seinen Zweck erfüllt hatte und nicht mehr länger eine geweihte Stätte war. 26 Gottes Sohn, das Opferlamm der ganzen Welt, war zur Schlachtbank geführt worden.27 Aber der Weg bis zu diesem „Es ist vollbracht“ war lang und steinig. Jesus wurde als Mensch nämlich genauso versucht wie Du und ich.28 Und genauso hätte er auch der Versuchung erliegen können. Er hätte sich, enttäuscht von der Hartnäckigkeit und Undankbarkeit der Menschen, vor dem vorhergesehenen Opfer zurückziehen können. Er hätte noch im Garten Gethsemane den Leidenskelch von sich weisen und die sündige Menschheit zugrunde gehen lassen können.29 Aber dies alles war keine Option für unseren Heiland. Jesus Christus war auf die Welt gekommen, um die Menschheit vor dem ewigen Tod mit seinem eigenen Blut freizukaufen.30 Und bei dem Ausspruch „Es ist vollbracht“ hatte Jesus nun endlich das Schicksal des Teufels besiegelt 31 und der Sieg war errungen.32 Auch in der Zukunft wird es noch einmal zu diesem Ausspruch kommen. Wenn Jesu Nachfolger versiegelt sein werden und Jesus sein Dienst im Allerheiligsten beendet haben wird, dann wir Jesus nochmal ausrufen: „Es ist vollbracht.“ 33

Hast Du schon einmal das Gefühl gehabt von allen verlassen zu sein? Von Familie, Freunde oder sogar von Gott? Wir haben in dem Abschnitt zu dem vierten Ausdruck Jesu am Kreuz betrachtet, dass auch Jesus dieses Gefühl kennt. Aber wie reagierte Jesus darauf? Dazu können wir das siebte und letzte der „sieben letzten Worte“ Jesu betrachten: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Inmitten des Gefühls von seinem Vater verlassen zu sein, gedachte Jesus den vielen Erfahrungen, die er mit Gott gemacht hatte.34 Er machte seinen Bund mit Gott nicht abhängig von den äußeren Umständen oder seinem Gefühl,35 sondern er vertraute auf die Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und große Liebe seines Vaters, die er erfahren hatte.36 Nicht zuletzt vertraute er insbesondere auch auf die vorhergegebene Zusicherung, dass ihn der Vater annehmen würde.37 Und weil er sich in diesem festen Glauben auf Gott verließ, wurde das Gefühl, der Vater hätte ihn verlassen, langsam zurückgedrängt.38 So können wir diese letzten Worte Jesu als ein Ausdruck seiner Untertänigkeit gegenüber Gott,39 aber auch als Ausdruck völligen Vertrauens gegenüber seinem Vater verstehen. Wir als Nachfolger Christi und Gottes Kinder dürfen ebenfalls in jeglicher Situation unseres Lebens auf Gott vertrauen. Und darauf vertrauen, dass er sich nicht verändert und seine Verheißungen wahr macht.

Abschließend möchte ich festhalten, dass ein Studium über die „sieben letzten Worte“ von Jesus, grundlegende Wahrheiten über Jesus und Jesu Opfer offenbart und wichtige Folgerungen für unseren Glauben hat. Und indem wir uns mit dem Opfertod von Jesus am Kreuz befassen, können wir unseren persönlichen Glauben stärken und weiteres Licht über die angesprochenen Thematiken bekommen. 


Quellen aus diesem Artikel

 11 vgl. etwa J. Haydn: Die sieben letzte Worte unseres Erlösers am

Kreuze (1785), C.H. Spurgeon: Christi Worte am Kreuz (1963), A. Grün:
Vater vergib ihnen. Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz (2014)
2 vgl. Leben Jesu, S.761
3 vgl. ebd.
4 vgl. Christus ist Sieger, S.69
5 vgl. Die Leiden Christi, S.21
6 vgl. ebd.
7 vgl. Jesaja 1,18
8 Konkordantes Neues Testament, Konkordanter Verlag Pforzheim, 5. Auflage 1980
9 vgl. Bilder vom Reiche Gottes, S.212
10 vgl. ebd,
11 vgl. Lukas 23,40-42
12 vgl. Erfahrung und Gesichte, S.167
13 vgl. Die Leiden Christi, S.24
14 vgl. Erfahrung und Gesichte, S.167
15 vgl. Das Leben Jesu, S.752
16 vgl. ebd.
17 vgl. Der bessere Weg zu einem neuem Leben, S.11
18 vgl. Der Weg zu Christus, S.6
19 vgl. ebd.
20 vgl. Die Engel, S.178
21 vgl. Der Weg zu Christus, S.6
22 vgl. Christi Gleichnisse, S.194
23 vgl. Der Spiegel 16/2004
24 vgl. Das Leben Jesu, S.757
25 vgl. ebd.
26 vgl. ebd.
27 vgl. Jesaja 53,7
28 vgl. bspw. Hebräer 2,18
29 vgl. Wir haben einen Fürsprecher, S.93
30 vgl. Christus ist Sieger, S.284
31 vgl. ebd.
32 vgl. Die Engel, S.179
33 vgl. Christus kommt bald, S.162
34 vgl. Intellekt, Charakter und Persönlichkeit, S.96
35 vgl. dieselbe, S.97
36 vgl. Die Leiden Christi, S.28
37 vgl. Das Leben Jesu, S.757
38 vgl. ebd.
39 vgl. Die Leiden Christi, S.28

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